Als ich gestern mein Bett umstellte, um die Energie entsprechend Feng Shui in einen vollkommenen Fluss zu bringen, wusste ich noch nicht, welche Konsequenzen das haben würde.

Vor fast drei Jahren hatte ich das Bett in die Mitte des Raums gestellt und an die Stelle des Bettes zwei Kommoden zusammen gerutscht. Warum? Ich wollte eine Abgrenzung schaffen und Distanz bringen zwischen mich und meinen Arbeitgeber, der in diese Richtung in nur anderthalb Kilometern Luftlinie lag. Man hatte mich dort so gemobbt, gebosst (Bossing), ausgegrenzt, mit Arbeit zugeschüttet, dass ich sehr krank wurde. Und während ich zu dieser Zeit abends im Bett lag, konnte ich es kaum ertragen, dass mein Kopf in Richtung meines damaligen Arbeitgebers wies. Deshalb drehte ich kurzerhand mein Bett um, stellte es mitten in den Raum und baute mit den Kommoden eine Barriere auf zwischen mir und diesem vermaledeiten Ort des Schreckens und der Ausgrenzung.

Dies geschah während eines Prozesses der Verarbeitung meiner traumatischen Erlebnisse in einer Psychotherapie. Ich erlebte die schwerste Zeit meines Lebens, mich meinen meist unbewusst verdrängten Ängsten und schmerzvollsten Erlebnissen zu stellen. All die Erlebnisse hoch zu holen aus meinem Unterbewusstsein, sie anzuschauen, sie auszusprechen, darüber zu reden, den Schmerz und die Verzweiflung zu fühlen, zu weinen, weinen und weinen – und es dann loszulassen war ein langer und befreiender Weg. Vergebung spielte dabei eine sehr große Rolle: Vergebung den anderen, die mich so sehr verletzt hatten, und Vergebung mir selbst gegenüber für das jahrelange Ertragen ohne mich abgrenzen zu können oder angemessen zu wehren. Das hatte ich schlicht und ergreifend nicht gelernt. Und auch Vergebung für meine eigenen Gedanken- und Verhaltensweisen, die ich während der Therapie lernte, zu verändern von hinderlichen zu förderlichen Mustern.

Als ich gestern Abend zu Bett ging in dem erneut umgestellten Bett, kamen noch einmal diese Gedanken hoch an diese schwere Zeit im Büro, das überufernde destruktive Verhalten meines Chefs und meiner Kolleginnen in Form von Mobbing und Bossing. An den schweren Weg, den ich danach gegangen bin in meiner eigenen Entwicklung. Und welch wundervolle Ergebnisse ich in den vergangenen drei Jahren erreicht habe. Aus den hinderlichen Gedanken- und Verhaltensmustern habe ich mich in monatelanger intensiver Arbeit befreit. Und heute stehe ich zu dem, was ich erreicht habe und weiterhin erreiche und bin dankbar dafür.

Dann kam mir ein Erlebnis vor wenigen Wochen in den Sinn, das Ausgrenzung für mich bedeutete, ein bis dahin wiederkehrendes Thema in meinem Leben. Wie gehe ich HEUTE damit um? Es schien mir wie eine Prüfung. Es machte kurz etwas Emotionales mit mir, wühlte mich auf. Ich blieb bei mir und fragte mich: Welche Bedeutung hat es auf MEINER Seite? Und das war: Wie gehe ich heute mit Ausgrenzung um? Ich ging auf eine andere Ebene, die Seelenebene, und in eine Beobachter-Rolle: „Interessant, was hier gerade passiert. Mal sehen, wie ich damit umgehe“ und blieb bei mir. Es war eine aufschlussreiche wertvolle Erfahrung für mich.

All das ging mir heute morgen blitzschnell durch den Kopf. Und dann kam das Allerschönste. Mir wurde so bewusst, wie weit ich in den letzten Jahren gekommen bin. Was ich alles erschaffen habe in meinem Leben aus meiner eigenen Kraft heraus, mit meinem Weitermachen, dem Nichtaufgeben, meinem Dranbleiben, dem Anmichglauben, meinem Selbstvertrauen. Ich bin Schöpferin meines Lebens mit all meinen Gedanken, Gefühlen und Handlungen. Ich entscheide und bleibe bei mir, egal was passiert. Das ist für mich wahre Selbstbestimmung.

Und Ausgrenzung gibt es ab heute in meinem Leben nicht mehr. Es gibt gesunde liebevolle Grenzen und ich nehme meinen vollen Raum ein in meiner wahren Größe und lasse mein Licht leuchten. Dafür entscheide ich mich hier und jetzt. Mögen Licht und Liebe mich immerwährend leiten und mich begleiten durch mein heiles Leben auf allen Ebenen meines Seins zu allen Zeiten. So sei es.

Alles Liebe

 

Elisabeth